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Rechenschaftsbericht für das Jahr 2011 (Jahreshauptversammlung am 01. Februar 2012)
Unsere Mitgliederzahl ist mit 32 im Vergleich zum vorigen Jahr gleich geblieben. Nach wie vor sind wir also ein kleiner Verein. Das Besondere ist aber nach wie vor, dass fast alle Mitglieder aktiv dabei sind und dem Arbeitskreis gegenüber eine Menge Verantwortungsgefühl und Zeit aufbringen. Das Durchschnittsalter unserer Mitglieder liegt allerdings immer noch über 60, was aber das Engagement in keiner Weise einschränkt.
In diesem Zusammenhang will ich jedoch nicht versäumen zu erwähnen, dass wir auch im letzten Jahr wieder Unterstützung durch unsere vergleichsweise jungen Ein-Euro-Kräfte erhalten haben und heute immer noch erhalten (bis Mitte März 2011 Abdel, seit Mitte Juli Sarah).
Der Laden
Nach wie vor kommt dem Laden die entscheidende Bedeutung in unserem Arbeitskreis zu. Wenn unsere Umsatzzahlen sich nicht enorm nach oben verändern, liegt das – wovon wir überzeugt sind – nicht an unserem mangelnden Einsatz, sondern hauptsächlich an der schwierigen strukturellen Situation unserer Stadt. Das Erfreuliche aber ist, dass die Mitglieder es sich nicht verdrießen lassen und unermüdlich weiter versuchen, eine Verbesserung unserer Verkaufssituation zu erreichen. Dies ist auch deshalb notwendig, damit unser Laden sich selber trägt, was zurzeit nicht der Fall ist. Es fehlen uns etwa 2000 bis 3000 Euro. Schuld daran ist zum großen Teil unsere hohe Miete. In vielen anderen Städten residieren die Weltläden in kirchlichen Räumen, die es aber in Krefeld in den Einkaufszonen nicht gibt. Uns konnte im vergangenen Jahr (und hoffentlich auch in diesem) durch eine Spende der Vermieterin von 2000 Euro geholfen werden.
Unser Laden war auch im Jahr 2011 regelmäßig geöffnet: montags bis freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr – das ganze Jahr über, ohne dass Ferien gemacht wurden. Dass dies zuverlässig klappt, ist schon eine große Leistung für einen ehrenamtlich arbeitenden Verein. Dass auch alle anderen mit einem Laden verbundenen sehr arbeitsaufwändigen, notwendigen Tätigkeiten, wie Einkauf, Preisauszeichnen, Dekorieren, Schaufenstergestaltung, Sauberhaltung, Inventur und so weiter - von meiner Sicht her - so gut oder fast so gut wie in einem Profi-Laden funktionieren, ist ebenfalls eine besondere Leistung!
  
Verkaufsstände
Der Verkauf unserer Fair-Handels-Produkte findet außer im Laden zu einem großen Teil auch an Verkaufsständen statt.
Der Verkaufsstand auf dem Bauernmarkt wurde fast regelmäßig einmal im Monat, möglichst am ersten Samstag des Monats abgehalten. Außerdem haben wir im Durchschnitt monatlich noch weitere ein bis zwei Verkaufsstände:
-Mitte Januar, zweitägiger Verkaufsstand in Mühlhausen bei den Vorbereitungstagen für den Weltgebetstag der Frauen, -1. Mai im Stadtpark,
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-im Mai Synode in der Pauluskirche, -18. Juni Sommerfest in der Christuskirche Bockum, -26. Juni Sommerfest Friedenskirche, -14. August bei der sogenannten Summerstreet auf der Friedrich-Ebert-Straße, -27. August im Kirchenzelt auf der Rheinischen Landesausstellung, -18. September bei der Mennonitenkirche im Rahmen der Straßenmodenschau, -24. September beim Emmaus-Fest, -am gleichen Datum in der Tucholsky-Schule -13. November bei den Mennoniten, -19. November nochmals Mennonitenkirche bei „Einkaufen bei Kerzenschein“, -26. / 27. November beim Weihnachtsbasar in der Christuskirche / Bockum, -27. November Theaterbasar, -3. Dezember beim Besonderen Weihnachtsmarkt, -mehrere Verkaufsstände in Vluyn, -etwa 8 mal im Jahr Verkaufsstand nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche, Hüls.
Außerdem wurden zwei Trödelverkäufe auf dem Neumarkt veranstaltet (Mitte Mai und am 29. Oktober). Die Erlöse hiervon bessern unsere Kasse auf. Einen erfreulichen Verkauf von fairen Süßigkeiten konnten wir wieder bei zwei Martinsvereinen (in Verberg und in Hüls) verbuchen, die zwar große Bestellungen machten, an denen wir jedoch nicht viel, aber durch bessere Kalkulation mehr als im vorigen Jahr verdienten.
Unser Kaffee wird übrigens seit vielen Jahren auch außerhalb unseres Ladens verkauft. Wir bedienen hiermit die Bäckerei Ullrich und den Bioladen des Heilmannshofs. Leider wird er nur in wenigen kirchlichen Einrichtungen getrunken, dafür aber noch im Café Talk-about.
8 Leute unseres Ladens besuchten zur eigenen Information und Weiterbildung die Fair-Handels-Messe in Dortmund zwischen 7. und 10. September.
Im Zusammenhang mit dem Weltladentag Anfang Mai hatten wir am 13. Mai ein Faires Frühstück, und zur Fairen Woche hatten wir am 23. September einen Stand auf dem Westwallmarkt mit Verköstigung, um für unsere Produkte zu werben.

Kulturelle Veranstaltungen / Bildungsarbeit
Das ganze Jahr über durchgehend fanden alle zwei Wochen mittwochs abends Informationsbesprechungen und Veranstaltungen statt, die von unseren Mitgliedern aber auch von einigen Gästen gut besucht waren. Mit dem Paritätischen Bildungswerk, das die Veranstaltungen bezuschusst, treten wir als Kooperationspartner auf. Aus diesem Grund erhalten diese unsere Informations- und Veranstaltungsreihen Überschriften. Während des ersten Halbjahres 2011 war es das Thema: „Fairer Handel – Respekt für Mensch und Umwelt“, während des zweiten Halbjahres „Fair und glaubwürdig in die Zukunft“.
Zu verschiedenen Themen hatten wir spezielle Informationsabende:
-27. April, Mikrokredite mit einem Beispielfilm zu einer Frauengruppe in Mali, -22. Juni, Benjamin Laks hielt einen Vortrag „Entwicklung ohne Wachstum“, -26. Oktober, Filmabend zum Thema „Hunger“, -21. Dezember, Filmabend „Zur Hölle mit dem Teufel“
Auch 2011 veranstalteten wir wieder eine Matinee diesmal im Südbahnhof in Zusammenarbeit mit dem Werkhaus, mit dem anderen Buchladen und mit dem Gemeindedienst und zwar am 9.Oktober. Diesmal ging es um den indischen Literatur-Nobelpreisträger von 1913, Rabindranath Tagore, aus dessen Werken Horst Eckel vorlas. Die Kölner Musikgruppe Anubhab und die Tänzerin Amaravati begleiteten die Veranstaltung.
In unserem langen Flur wechselten wir 2011 die Informationsausstellungen nur einmal. Anfang des Jahres hingen dort noch die Plakate zum Fairen Handel. Seitdem informieren wir hier mit Fotos über unseren indischen Partner „Champa Mahila Society“.
Für vier Wochen, vom 21. November bis zum 19. Dezember konnten wir aber in der Volkshochschule die Ausstellung des Eine-Welt-Netzes NRW „Entwicklungsland D“ mit besonderen Hinweisen auf den Fairen Handel und unseren Laden zeigen.
Einmal war eine Kindergruppe bei uns im Laden und zwar vom Kindergottesdienst der Mennonitenkirche am 13. November, um sich bei uns über Fairen Handel zu informieren.
Die Partnerorganisationen des Arbeitskreises in Indien
Auf den im Gangesdelta abgelegenen Inseln Basanti und Gosaba haben durch die bei uns eingegangenen Spenden und mit der Hilfe der dortigen Champa Mahila Society wieder ein paar tausend Menschen mehr sauberes Trinkwasser erhalten. Es konnten 2 Brunnen in Dörfern dort installiert werden. Da aber alles dort teurer geworden ist, kostet ein Brunnen jetzt etwa 2050 Euro, wie uns Amal, der Leiter des Projektes mitgeteilt hat. Sie kümmern sich jetzt zunehmend um Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, um Waisen, Straßenmädchen, Mädchen, die in Drogenhandel verwickelt waren. Die bengalische Regierung hat die Champa Mahila Society bei dem Bau eines Heims für 200 Mädchen bezuschusst. Da sie auf der Insel aber nach wie vor keinen Stromanschluss haben, konnten wir hier helfen; denn wir hatten nach Jahren wieder einmal Geld aus der Solaranlage auf der Kufa durch das Zukunftsforum erhalten. Dieses Geld war und ist für Solaranlagen in armen Regionen des Südens bestimmt. Die Verantwortlichen der Champa Mahila Society freuen sich, dass die Mädchen jetzt bald nicht mehr auf Kerosinlampen angewiesen sind, sondern mit Solarstrom abends ihre Hausaufgaben und sonstigen Arbeiten fortsetzen können.
Auch die Behindertenschule Care & Counselling Centre in Kalkutta freut sich, durch unsere finanzielle Mithilfe ihr Niveau mit 80 Kindern halten zu können. Erfreulich ist, dass aus der von uns geknüpften Verbindung zwischen der Gerd-Jansen-Schule hier in Krefeld und dem Care & Counselling Centre eine wirkliche Partnerschaft mit Briefwechsel entstanden ist. Die Gerd-Jansen-Schule konnte auch dieses Jahr aus dem Erlös ihres St.Martin-Marktes wiederum eine größere Spende, nämlich 1562 Euro, an uns für die Behindertenschule in Kalkutta überweisen.

Vom Dorfentwicklungsprojekt Boral Sardarpara Matri-O-Sishu, das auf dem Land südlich von Kalkutta arbeitet, erhalten wir regelmäßig Post und Mails über seine Arbeit in den Dörfern Kundarali und – seit vier Jahren auch - in Jharkhali, einem besonders armen Gebiet im Süden der Insel Basanti, wo mit Frauen und Kindern im Gesundheitsbereich und bewusstseinsbildend gearbeitet wird. Besondere Probleme gibt es mit dem alten Ziegeldach der Zentrums- und Wohnhütte der Leiterin Maya Roy in Kundarali, da die durch häufige Stürme in dieser Gegend verursachten Reparaturarbeiten nicht mehr geleistet werden können. Wir hoffen, dass wir mit unserer Spende von 2000 Euro einen Beitrag für ein neues Dach leisten konnten
Auch wenn das Projekt Keorakhali Jana Sevashram südlich von Kalkutta nicht direkt zu unseren Partnern gehört, konnte durch die für einige unserer Mitglieder beeindruckenden Besuche dort eine gewisse Beziehung entstehen. Die Organisation gräbt mit Hilfe von staatlichen Zuschüssen Bewässerungsteiche in den umliegenden Dörfern und unterhält einige Schulen für Kinder aus Tagelöhnerfamilien. Wir konnten auch dieses Jahr wieder speziell für Keorakhali eingegangene Spenden weiterleiten.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit ist und bleibt mühevoll.
Durch unsere Homepage, die wunderbar gewartet wird, haben wir in der Öffentlichkeitsarbeit einen großen Schritt nach vorne getan.
Seit diesem Jahr sind wir auch auf Facebook zu finden, was schon einige Aufmerksamkeit zu bringen scheint.
Unseren Eintrag bei der Internet-Plattform für die Krefelder Geschäftswelt Einkaufen in Krefeld haben wir noch mal erneuert, da sich das Unternehmen einige Mühe um uns gibt.
Unser Schaukasten am Bahnhof wird wohl auch noch beachtet.
Unsere Mitgliedschaft in überregionalen Netzwerken
Mit diesen Mitgliedschaften unterstützen wir die Vernetzung der Gruppen, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind und deren politische Arbeit. Ich nenne jetzt nur die Organisationen, zu denen es in Bezug auf unseren Verein etwas zu berichten gibt.
KREWI: seitdem es für KREWI keine Promotorin mehr gibt, ist die Vernetzungsarbeit dort fast eingeschlafen. Unser Info-Blatt „KREWIs Nachrichten“ hat praktisch kein Interesse gefunden. Funktioniert hat eigentlich nur der gemeinsame Stand auf der Landesausstellung.
Eine-Welt-Netz / NRW: im vergangenen Jahr konnte niemand von uns zur Landeskonferenz des Eine-Welt-Netzes fahren, dafür aber zur Fair-Handels-Messe nach Dortmund. Außerdem konnten wir vom Eine-Welt-Netz die Ausstellung Entwicklungsland D ausleihen.
Der Paritätische bürdet uns mit seinem Bildungswerk stärkere Reglementierungen auf, aber wir haben immerhin noch einige finanzielle Vorteile. Außerdem gibt uns die Mitgliedschaft stärkere Rechtssicherheit.
Zusammenfassung
All diese Aktivitäten zeigen das hohe Engagement des Krefelder Weltladenteams.
Gerlinde Wientgen
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